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Hier finden Sie einige Artikel rund um die Themen Kommunikation und Stimme.

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Anzeichen für eine Überlastung der Stimme

 

Eingeschränkte Ausdauer der Stimme :

die Stimme wird leiser und kraftlos; vom drohenden Versagen, bis hin zu stimmlichen Ausfällen.

( Aphonie = dauerhafter Stimmverlust über Stunden oder länger aus physischen

oder psychischen Gründen)

Veränderungen im Stimmklang: Die Stimme wird heiser, dunkler oder

heller.

Probleme bei der Stimmmodulation: Die Stimme lässt sich nur mit Druck

oder gar nicht in der Tonlage verändern. Sie wird monoton oder die Tonhöhe

wird ruckartig verändert

Luftprobleme: Es entsteht durch die verminderte Schließfunktion der

Stimme und den dadurch bedingten Luftverlust das Gefühl, nicht über die

erforderliche Luftkappazität zu verfügen.

Räusper- und Hustenzwang: Man hat nach kurzem Sprechzeitraum das

Gefühl, räuspern oder husten zu müssen. Die Stimme erscheint belegt.

Globussyndrom: Man hat das Empfinden eines Fremdkörpers oder Kloßes im

Hals, es drückt, spannt. Es entsteht manchmal Schluckzwang.

Veränderung der Kopf- oder Körperhaltung. Um die Stimme zu einer

besseren Leistung zu bringen, wird –meist unbewusst, die Kopfhaltung (z.B.

durch Vorstrecken des Kopfes oder Anheben des Kinns) oder/ und die

Körperhaltung (z.b. durch Heben der Schultern) verändert und dadurch eine

zusätzliche Stimmgebungserschwernis geschaffen.

Trockenheitsgefühl im Hals: Durch die Bevorzugung der ungünstigen

„Brustatmung“ wird der Mund kompensatorisch beim Einatmen weit geöffnet

und somit die Stimme vermehrt ausgetrocknet.

Schmerzen: Im schlimmsten Fall tut der Hals, bei bereits geringer, oder auch längerer Sprechaktivität, weh.

Häufige Erkrankungen der Stimme z.B. als Laryngitis (Stimmentzündung).

Massive seelische Folgeprobleme: Angst vor Stimmversagen, Authoritätsverlust, Existenzängste..., uvm.

 

Die oben beschriebenen Beschwerden können einzeln, oder in Verbindung mit anderen Symptomen auftreten. Bei einer nicht Beachtung der Warnzeichen können die Beschwerden massive Ausmaße annehmen, bis hin zum dauerhaften Verlust der Stimme.

 

 

Stimmhygiene –Handwerkzeug für den täglichen Gebrauch

 

Da unsere Stimme unser „Handwerkszeug“ ist, muss sie auch gepflegt werden

und auf die täglichen Anforderungen vorbereitet werden.

 

Sorgen Sie für ausreichend Belüftung und Luftfeuchtigkeit inWohn- und

Arbeitsräumen.

Rauchen, Alkohol, Tee und Koffein schaden der Stimme. Trinken Sie

täglich viel alkohol- und koffeinfreie Getränke um die Schleimhäute gut zu

durchfeuchten.

Vermeiden Sie sehr heiße/sehr kalte Speisen/Getränke. Zu scharfe und

saure Speisen reizen die Schleimhäute und regen die Produktion von

Magensäure an.

Scharfe Bonbons mit Menthol, Kampfer, Kamille u.Ä. vermeiden – sie

trocknen auf Dauer die Schleimhäute aus.

Schreien, Flüstern und Räuspern sind ebenfalls schädlich für die

Stimmbänder. Statt sich zu räuspern husten Sie lieber einmal oder trinken

einen SchluckWasser und schlucken dann den Schleim runter.

Gönnen Sie sich genügend Entspannungsphasen und einen geregelten

Schlaf-Wachrhythmus.

Versuchen Sie möglichst locker und entspannt in eine Gesprächssituation

zu gehen.

Geht es unserer Psyche gut – dann ist die Stimme leistungsfähiger!

Versuchen Sie eine Überbelastung der Stimme zu vermeiden; nach

Belastung braucht die Stimme Erholung und Ruhephasen.

Nebengeräusche ausschalten / Lärmpegel reduzieren! (z.B. Fenster

schließen, beim Autofahren das Radio auslassen) Gegen Lärm und Krach

anzusprechen wirkt stimmbelastend und ist außerdem ein

„Kommunikationskiller“.

Vor wichtigen Gesprächen und Vorträgen sollten Sie ihre Stimme

aufwärmen – summen oder singen Sie ein Lied, machen Sie

Lockerungsübungen. Gähnen Sie herzhaft! – dies bewirkt eineWeitung

des Rachenraumes / Senkung des Kehlkopfes und wirkt insgesamt

entspannend.

 

 

„Sprich doch mal deutlicher.“ – Artikulation verbessern

 

Viele von Ihnen kennen bestimmt den Satz und haben ihn vielleicht auch schon selbst zu hören bekommen:

„Sprich doch mal deutlicher.“

Was kann man mit diesem Satz anfangen? Wir hören ganz klar den Wunsch unseres Zuhörers raus, dass er uns besser und leichter verstehen möchte,  allerdings ist das gar nicht so einfach.

Eine undeutliche Aussprache kann viele Ursachen haben.

Beginnend mit der  Möglichkeit, dass die Artikulationsmuskulatur über Jahre vernachlässigt wurde und somit nicht in der Lage ist, mehr Anstrengung zu leisten, bis hin zum ganzkörperlichen Abspannungszustand, z.B. wenn man abends geschafft von der Arbeit kommt und sowieso den ganzen Tag nur gesabbelt hat.

Leider fehlt oftmals die Erkenntnis, dass die Muskulatur in unserem Gesicht (in unseren Lippen, der Zunge, oder auch der Wangen)genau so eine Zuwendung braucht, wie das Sixpack am Bauch, oder die straffe Gesäßmuskulatur. Nun stellen Sie sich einmal vor, jemand der 3 Tage die Woche ins Fitnessstudio geht und sicherlich auch einen ganz annehmbaren Körper hat, würde dies nun auf einmal nicht mehr tun. Der Effekt ist so deutlich, wie auch vorhersehbar. Die Muskulatur erschlafft und kann die vorher erbrachte Leistung nicht mehr abrufen.

So ist es der Fall auch bei unserem Thema. Daraus lässt sich schließen, dass wir verschiedene Aspekte erfüllen müssen , um „deutlicher“ zu sprechen.

Die Muskulatur muss trainiert werden

Spannungsverhältnisse im Körper müssen ausgeglichen werden, damit die Kraft für Andere Muskulaturgruppen zur Verfügung steht

Ein hohes Maß an Bewusstsein muss auf die Artikulation gelegt werden, um permanent zu erkennen, wann die Artikulation beeinträchtigt ist, damit wir umgehend wieder die Einstellungen des Erübten abrufen.

Als Autorin hoffe ich, dass Sie meinen Artikel bis zum Ende lesen und sich nicht schon von den Ersten Informationen abschrecken lassen.

Fakt ist, die Veränderung erfordert jede Menge:

  1. Arbeit
  2. Disziplin
  3. Selbstwahrnehmung
  4. Mut und
  5. Durchhaltevermögen

Dröselt man die einzelnen Teilbereiche des Trainings auf, lassen sich drei Arbeitsschritte erschließen.

1. Spannungsausgleich im Körper (sog. Eutonisierung = Ausgleich von An- und Abspannung der Muskulaturverhältnisse)

2. Stärkung der Zungen-, Lippen- und Kaumuskulatur

3. Artikulationsübungen

Im Weiteren Verlauf dieses Artikels finden Sie nun einige Übungsbeispiele für den jeweiligen Bereich.

 

Spannungsausgleich im Körper

1.Schultern

1.1  Schultern bis zu den Ohren ziehen – Ziehen Sie die Schultern bis zu den Ohren, soweit Sie können und halten Sie die Spannung etwa 5 Sekunden, danach mit einem Seufzer die Schultern fallen lassen und nachspüren, wie sich die Muskulatur meher und mehr entspannt.

1.2  Schulter kreisen – Kreisen Sie die Schultern langsam von vorne nach hinten, spüren Sie, wie sich die Muskulatur immer neu anpassen muss. In der Einatmung nach vorne bis oben kreisen und in der Ausatmung von oben nach hinten kreisen, bis die Schultern unten wieder ocker gelassen werden. Machen Sie die Ausatmung ruhig auf einem „Strömer“ (f, sch, s) hörbar.

 

2. Rücken

2.1.   Rumpfbeuge, im stehen – In der Einatmung strecken Sie die Arme zum Himmel und stellen sich vor, sie greifen nach irgendetwas. In der Ausatmung lassen Sie die Arme und den gesamten Oberkörper, sowie den Kopf nach unten sinken (evtl. Gefühl von „fallen lassen“). Lassen Sie 3-4 Atemzüge durchgehen, mit der Vorstellung, dass mit jeder Ausatmung der Körper noch weiter nach unten sinken kann und die Muskelgruppen sich immer mehr entspannen. Nun, in der nächsten Einatmung Wirbel für Wirbel (angelehnt natürlich an die Wirbelsäule)wieder hochkommen, der Kopf kommt hierbei als letztes wieder nach oben. Bis Sie das Gefühl haben, wieder gerade zu stehen. Denken Sie dran, der Kopf hängt bis zum Schluss!

2.2.   Ziehen Sie die Arme mit den Ellbogen voran, in der Einatmung, nach hinten zum Rücken, halten Sie die Spannung und die Luft etwa 5 Sekunden an. In der Ausatmung lösen Sie die Spannung der Arme nach vorne, unten.

 

Artikulationsmuskulatur stärken

 1. Lippen

1.1.   Ziehen Sie die Lippen breit nach außen und dann spitz nach vorn im Wechsel. Wichtig hierbei ist, dass Sie so intensiv ziehen, dass Sie die Anspannung der Muskulatur spüren können. Beginnen Sie mit der Durchführungszeit von 1 Minute. Nach oben hin sind keine Grenzen gesetzt.

1.2.   Legen Sie die Oberlippe über die Unterlippe und dann, die Unterlippe über die Oberlippe, im Wechsel. Wichtig hierbei ist, dass Sie die Lippen nicht schieben.

 

2. Zunge

2.1. Machen Sie den Mund weit auf und fahren Sie die Lippen mit der Zungenspitze, im Kreis herum ab. Achten Sie darauf, dass der Mund offen bleibt und nur die Zungenspitze die Lippen berührt

2.2. Halten Sie den Mund geschlossen und bohren Sie im Wechsel, die Zungen spitze links und rechts in die Wangen. Der Unterkiefer darf sich hierbei nicht bewegen, dass erreichen sie durch die Anspannung und das Spitzen der Lippenmuskuatur. Achten Sie darauf, dass Sie nicht die Lippen mit der Zunge berühren.

 

3. Lockerung der Artikulationsmuskulatur

3.1. Klopfen Sie leicht mit den Fingerkuppen die Gesichtsmuskulatur ab. Vergessen Sie hierbei nicht die Wangen, den Bereich über und unter der Lippe, die Stirn und den Bereich rund um die Nase.

3.2. Streichen Sie mit den Handballen, nach unten, vom äußeren Teil des Jochbeins, bis zum Kinn, über die Wangen (etwas kräftiger).Streichen Sie den Unterkiefer mit nach unten aus.

 

Artikulationsübungen

1. Legen Sie die Zunge zwischen die Zähne und sagen Sie: „Ich übe regelmäßig, das deutliche Sprechen.“ Wiederholen Sie den Satz „normal“. Überprüfen Sie das Ergebnis. Sie können natürlich auch alle möglichen anderen Sätze für diese Übung verwenden.

2. Öffnen Sie den Kiefer nach unten, bis er ganz auf ist und drücken Sie gleichzeitig mit der Hand den Unterkiefer nach oben, so dass ein leichter Widerdruck entsteht. Lassen Sie den Kiefer zufallen. Wiederholen Sie die Übung etwa 3-4 Mal, anschließend versuchen Sie den Kiefer nach unten auffallen zu lassen, ohne die Hand darunter zu halten.

3. Die „gute alte“ Korkenübung. Nehmen Sie sich einen Korken und stecken Sie ihn zwischen Ihre Zähne. Nehmen Sie sich einen Text und versuchen Sie ihn so deutlich zu lesen, wie möglich zu lesen. Hierbei wird die Artikulationsmuskulatur angestrengt und aufgefordert mehr zu leisten. Die Artikulationsbewegung wird flexibler und somit können Sie mit mehr Bewegung, trotzdem schneller (im angepassten Sprechrhytmus) sprechen.

 

Alle Übungen sind, für einen dauerhaften Effekt, anfänglich mehrmals täglich anzuwenden und zu üben, damit sich die Muskulatur an die neuen Herausforderungen gewöhnen kann und sich das Muster schneller und gezielt in den Alltag übertragen lässt. Sie müssen nicht alle Übungen an einem Tag machen, aber es sollte aus jeder Sparte mindestens 1 Übung, in Ihrem Trainingsplan vorhanden sein. Sie können nun also variieren.

Bitte vergessen Sie nicht, dass dies unterstützende Übungen für den Heimbereich sind, sie ersetzen jedoch kein professionelles Coaching.

In diesem Sinne viel Spaß und Erfolg mit den Übungen.

 

Herzlichst,

 

Hjördis Auerbach-Kertz